SV Erlensee

Ersatzgeschwächter SVE liefert designiertem Meister packende Partie

30.04.2013 17:04 von SV Erlensee

SV Erlensee - TGS Niederrodenbach 25:34 (9:15)

Zum letzten Heimspiel dieser Saison empfing der SVE niemand geringeren als den ungeschlagenen Tabellenführer in der heimischen Großsporthalle. Während die Spielstätten der beiden Teams auf der Landkarte nur wenige Kilometer trennen, könnte der sportliche Unterschied zwischen den Lokalrivalen kaum größer sein: Auf der einen Seite die TGS, Aufstiegsfavorit Nummer Eins und mit souveräner Saisonleistung, auf der anderen Seite die gegen den Abstieg kämpfenden Erlenseer. Und die Personalsituation steigerte die Chancen der Hausherren nicht gerade, SVE-Coach Degoutrie konnte auf lediglich sieben Feldspieler zurückgreifen.

Sein Team ließ sich aber weder von diesen Vorzeichen noch von der Rekordkulisse - in der Mehrzahl Rodenbacher - einschüchtern und spielte zu Beginn auf Augenhöhe mit. Die Gäste schienen von den aufopferungsvoll kämpfenden Erlenseern sichtlich beeindruckt, welche zwischenzeitlich sogar in Führung gehen konnten. Erst ab der zehnten Minute gelang es dem haushohen Favoriten langsam, sich etwas abzusetzen. Der SVE ließ sich aber nicht abschütteln und lag nach 20 Minuten nur mit 8:11 in Rückstand und blieb damit noch immer in Schlagdistanz. Dann machte sich auf Seiten der Gastgeber aber allmählich der Kräfteverschleiß bemerkbar, Erlensee musste einige leichte Gegentore gegen einen Kontrahenten hinnehmen, der auf die Vorzüge einer vollbesetzten Bank zurückgreifen konnte. Beim Stand von 9:15 gingen die Teams in die Halbzeitpause.

Bereits kurz nach Wiederanpfiff kam auf SVE-Coach Degoutrie die nächste Hiobsbotschaft zu: Rückraumspieler Steffen Dietz landete nach einem Sprungwurf unglücklich und kugelte sich die Schulter aus. Die Gastgeber improvisierten und so kam Marvin Rössel, etatmäßiger Torhüter, zu einigen Spielminuten als Feldspieler. Die von der Verletzung ihres Mitspielers sichtlich bestürzten Hausherren kämpften in der Folge aber nur noch verbissener und zeichneten sich durch unbändigen Einsatzwillen aus. Auch als die Gäste die nachlassenden Kräfte der SVE-Spieler immer häufiger in Tore ummünzten, gaben sich die Erlenseer nicht auf, zeigten sich in der Offensive vor allem durch Dennis Holinej immer wieder brandgefährlich und hielten den Rückstand so einigermaßen stabil. An einem deutlichen Sieg der Gäste und ihrem damit verbundenen Aufstieg konnte aber auch die unglaubliche Moral des Heimteams nicht ändern, und so konnte sich die TGS am Ende nicht nur zu einem 34:25-Sieg gratulieren lassen, sondern auch zur Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga.

Für den SV Erlensee hingegen wird es in der nächsten Saison voraussichtlich in der Bezirksliga A weitergehen. Ihr vorerst letztes Spiel in der Bezirksoberliga wird der designierte Absteiger am Samstag bei der dritten Mannschaft der HSG  Nieder-Roden austragen. Das Team bedankt sich bei den treuen Fans, allen Unterstützern und Helfern im Hintergrund, die dafür gesorgt haben, dass das Abenteuer Bezirksoberliga nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine lehrreiche, intensive und zuweilen erfreulich erfolgreiche Zeit geworden ist.

Für Erlensee spielten: Gardlowski, Rössel; Dietz (3), Giese, Grunwald (2), Holinej (12/1), Miller (2), Pöllmann (3), Seidenschwann (3).
Zuschauer: 180.
Zeitstrafen: SVE 2, TGS 2
Siebenmeter: SVE 1/1, TGS 5/3

Zurück