SV Erlensee

Versöhnliches Ende einer turbulenten Saison beim SV Erlensee

19.05.2014 08:05 von SV Erlensee

Nach dem letzten Saisonspiel blicken die Handballer des SVE auf eine ungemein ereignisreiche Saison zurück. Mussten sie die Bezirksoberliga trotz ansprechender Leistungen mit insgesamt sechs Siegen bereits nach einem Jahr wieder verlassen, so stand die Spielrunde 2013/2014 von Beginn an unter keinem guten Stern. Mit Etienne Schweizer und Mark Sprenger zog es zur neuen Saison zwei immens wichtige Spieler aus dem verschworenen Erlenseer Kollektiv nach Babenhausen in die Oberliga, sodass die Personaldecke des SVE vor allem im Rückraum gefährlich dünn wurde. Zudem war die heimische Halle ab dem Sommer mehr als ein halbes Jahr nicht bespielbar, was die Vorbereitung praktisch ins Wasser fallen ließ und bis in den Winter hinein für unzureichende Trainingsbedingungen sorgte. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, zog sich SVE-Coach Bernd Degoutrie in der spielfreien Zeit auch noch einen komplizierten Knöchelbruch zu, wodurch er sein Team nicht wie gewohnt leiten konnte. Spätestens an diesem Zeitpunkt war allen in Erlensee klar, dass sie vor einer ganz schwierigen Saison standen.

Etwas überraschend trotzte der SVE diesen Widrigkeiten zu Saisonbeginn erstaunlich gut: Zwar setzte es gegen den späteren Meister aus Seligenstadt bereits im zweiten Spiel eine deutliche Pleite, aber gegen die zweiten Mannschaften aus Maintal und Kinzigtal konnte der SVE gewinnen. Auch gegen die starke dritte Mannschaft der HSG Hanau sowie den späteren Tabellendritten TS Großauheim mussten die Erlenseer nur knapp die Segel streichen. Dann jedoch, im Spiel gegen Bürgel Ende November, kam es zum Knackpunkt, als die Erlenseer nicht nur die Partie verloren, sondern in Steffen Dietz auch einen von nur drei Rückraumspielern. Auch die zwischenzeitliche Rückkehr von Kreisläufer Mark Sprenger konnte diesen schwerwiegenden Ausfall nicht kompensieren, der eklatante Personalmangel im Erlenseer Rückraum führte zu gewaltigen Problemen im Angriffsspiel, das sonst das Prunkstück des SVE war. Als Konsequenz gingen die letzten Spiele bis zum Jahreswechsel sang- und klanglos verloren und die Verantwortlichen beim SV Erlensee mussten sich angesichts des kleinen Kaders ernsthafte Sorgen um den Klassenerhalt machen.

In der Winterpause wurde zunächst in Jonas März ein vielversprechender junger Spieler von der TG Hanau nach Erlensee gelotst, der bereits als Jugendlicher für den SVE auf dem Spielfeld stand. Der eigentliche Coup folgte, als auf Initiative von Coach Bernd Degoutrie Etienne Schweizer als Spielertrainer zum SV Erlensee zurückkehrte, während ihn Degoutrie als Betreuer weiter unterstützte. Diese Maßnahme zeigte vom ersten Spiel an Wirkung, obwohl Etienne Schweizer erst im März aktiv ins Spielgeschehen eingreifen konnte. Beim SVE herrschte wieder die bekannte mannschaftliche Geschlossenheit und Begeisterung, die das Team in den Vorjahren zu zwei Aufstiegen in Folge geführt hatte. Zwar dauerte es bis zur Partie gegen Maintal, bis für Erlensee dabei auch etwas Zählbares heraussprang, dann aber war der Knoten geplatzt: In den letzten zehn Saisonspielen verließen die Erlenseer sieben Mal das Spielfeld als Sieger. Dabei rissen sie ihre Fans mit beeindruckenden Leistungen wie im ersten Spiel gegen Dietesheim/Mühlheim II mit, als eine stark ersatzgeschwächte Erlenseer Mannschaft auswärts vollkommen überraschend den Sieg erringen konnte. Dank dieser starken Auftritte hatte der SVE bald nichts mehr mit dem Abstieg zu tun, schob sich noch auf Rang 8 vor und beendete diese so wechselhafte Saison im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.

Für SVE-Spielertrainer ist das jedoch kein Dauerzustand: "Unser Ziel für die nächste Saison ist eindeutig der Aufstieg." Um dieses Ziel zu erreichen, wollen sich die Erlenseer zur neuen Spielzeit personell vor allem im Rückraum verstärken. Mit Alexander Knopp, der zuletzt für den TV Langenselbold auf Torejagd ging, steht der erste Zugang für diese Position dabei bereits fest. "Uns ist es wichtig, dass Neuzugänge nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich gut zu uns passen. Alex kennen wir teils schon seit Jahren, es gab immer wieder mal Kontakt und nun hat es erfeulicherweise geklappt", kommentiert Etienne Schweizer den Wechsel. In den letzten Jahren gab es im Kader der Erlenseer kaum Fluktuation, ein Umstand, der sich vor allem bei der Integration neuer, junger Spieler wie Maurice Born auszahlt: Der Linksaußen hat sich in dieser schwierigen Saison zum Stammspieler entwickelt, ist immer mit vollem Einsatz dabei und erzielt zuverlässig seine Tore. Auch Rechtsaußen Etienne Kobel, der nach überstandenen Knieproblemen wieder mit dabei ist, hat sich im Saisonverlauf immer wieder als Alternative auf der rechten Seite bewiesen. Da Steffen Dietz zumindest in der Abwehr wieder einsatzbereit ist, geht der SVE mit dem stärksten und breitesten Kader seit Jahren in die neue Saison und hat dabei die Rückkehr in die Bezirksoberliga fest im Blick.

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